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Fünfzig Plus und jetzt arbeitslos: So starten Sie noch einmal durch

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Das Wichtigste in Kürze:

  • Spätestens drei Monate vor dem Ende des Arbeitsverhältnisses oder drei Tage nach Kenntnis der Kündigung müssen sich betroffene Arbeitnehmer bei der Agentur für Arbeit arbeitsuchend melden.
  • Wer arbeitslos mit 50+ wird, kann mit Weiterbildungsmaßnahmen oder Umschulungen die Chance erhöhen, beruflich neu durchzustarten.
  • Jobmessen, Karrieretage sowie das berufliche Netzwerk können den Kontakt zu Unternehmen herstellen, die eventuell auf der Suche nach jemanden mit Ihrem Profil sind.

Arbeitslos mit 50: Welche Schritte Sie jetzt gehen müssen

Es ist zweifelsohne eine emotional schwierige Situation, wenn nach Jahrzehnten der Beschäftigung Arbeitslosigkeit eintritt. Nicht selten gehen damit auch Existenzängste und Schamgefühle einher. Doch trotz der angespannten Gesamtlage ist es zunächst einmal wichtig die notwendigen Behördengänge zu absolvieren.

Spätestens drei Monate vor dem Ende des Arbeitsverhältnisses sollten Sie sich bei der zuständigen Agentur für Arbeit arbeitsuchend melden. Falls zwischen der Kündigung und dem letzten Arbeitstag keine drei Monate mehr liegen sollten, ist die Meldung spätestens drei Tage nach Kenntnis der Kündigung zu erbringen.

Dies ist deshalb so wichtig, damit die Agentur für Arbeit unverzüglich Maßnahmen einleiten kann, um eine tatsächliche Arbeitslosigkeit eventuell noch abwenden zu können. Sollte es in der Zwischenzeit jedoch nicht gelungen sein, eine neue und zufriedenstellende Arbeit zu finden, müssen Sie sich am ersten beschäftigungslosen Tag bei der Arbeitsagentur persönlich arbeitslos melden. Näheres dazu finden Sie in diesem Beitrag.


Ab diesem Zeitpunkt besteht auch erst der Arbeitslosengeldanspruch. Für über 50-jährige gelten hierbei sogar besondere Regelungen hinsichtlich des Bezugszeitraums. Während für alle Beschäftigungslosen unter 50 der Bezugszeitraum von Arbeitslosengeld auf maximal ein Jahr begrenzt ist, wird das Arbeitslosengeld ab 50 für bis zu 15 Monate ausgezahlt.

Mit 55 beziehungsweise 58 Jahren verlängert sich der Bezugszeitraum sogar noch jeweils um drei beziehungsweise um sechs weitere Monate. Wem wie lange Arbeitslosengeld zusteht und welche Voraussetzungen sonst noch erfüllt sein müssen, erfahren Sie hier.

Neu durchstarten mit 50: Das sind Ihre Möglichkeiten

Wenn die ersten formellen Hürden bei der Arbeitsagentur genommen sind, kommt der Punkt, an dem Sie eine wichtige Entscheidung treffen müssen: Entweder versuchen Sie in der Branche Ihres alten Berufs einen neuen Arbeitgeber zu finden oder Sie orientieren sich um und entdecken komplett neue oder verwandte Berufsfelder für sich. Wie auch immer die Entscheidung ausfällt: Um den Neustart erfolgreich zu gestalten, stehen Ihnen zahlreiche Möglichkeiten zur Verfügung.

1. Weiterbildungsmaßnahmen und Umschulungen

Weiterbildungsmaßnahmen können die Chance, langfristig eine neue Arbeitsstelle zu finden, erheblich erhöhen. Häufig stellt für ältere Arbeitnehmer die fortschreitende Digitalisierung im Beruf eine Schwierigkeit dar. Mithilfe von Weiterbildungskursen oder bestimmten Zertifizierungen können Sie jedoch Ihre Fähigkeiten weiter ausbauen, Ihr Profil schärfen und somit die Wahrscheinlichkeit einer Neuanstellung erhöhen.

Möglich ist aber auch, dass Sie eine Umschulung absolvieren. Es handelt sich dabei zwar um eine tiefgreifende und vor allem zeitintensive Maßnahme, doch je schwieriger oder aussichtsloser der Wiedereinstieg in den „alten“ Beruf ist, desto sinnvoller ist eine Umschulung. Anvisiert werden in der Regel Berufsfelder, die dringend nach neuen qualifizierten Arbeitskräften suchen. Die Chancen stehen also gut, nicht nur einen neuen Job zu finden, sondern diesen bestenfalls bis zum Eintritt ins Rentenalter ausüben zu können.

Hinweis: Welche Voraussetzungen für die berufliche Weiterbildung seitens der Bundesagentur für Arbeit erfüllt sein müssen, können Sie hier nachlesen.

2. Jobmessen und Karrieretage

Veranstaltungen wie Jobmessen oder sogenannte Karrieretage können eine große Chance sein auf den zukünftigen Arbeitgeber zu treffen. Hier werben Unternehmen für sich und beantworten sämtliche Fragen zu ihrer Branche. Der große Vorteil für Arbeitsuchende liegt besonders in der persönlichen und direkten Kommunikation mit den Ansprechpartnern der Firmen. Wenn Sie hier einen guten und fachlich qualifizierten Eindruck hinterlassen, steigt die Chance zu einem persönlichen Bewerbungsgespräch eingeladen zu werden.

Aber solche Veranstaltungen haben noch weitaus mehr Vorzüge für Arbeitsuchende. Sie erhalten interessante Einblicke in Berufszweige, die Sie vorher möglicherweise gar nicht kannten. Eventuell finden Sie auf diesem Weg zu einem neuen Beruf, in dem Sie Ihre Fähigkeiten und langjährige Erfahrung zur Geltung bringen können.

3. Quereinstieg in neue Berufsbranche

Besonders während der Suche nach einer neuen Beschäftigung lohnt es sich für über 50-jährige über den Tellerrand zu schauen. In welchen Berufsfeldern werden Ihre Kompetenzen außerdem benötigt? Eventuell haben Sie schon einmal mit anderen, vielleicht auch ähnlichen Berufen geliebäugelt, aber sich nie weiter mit ihnen auseinandergesetzt? Dann wäre jetzt der ideale Zeitpunkt sich über einen Quereinstieg in einen neuen Beruf zu informieren.

4. Berufliches Netzwerk nutzen

Eine oft unterschätzte, aber durchaus effektive Methode für die Jobsuche ist es, das eigene berufliche Netzwerk zu nutzen. In diesem befinden sich Menschen, die Sie unter Umständen schon seit Jahren kennen und genau wissen, welche Stärken Sie ausmachen und gleichzeitig in ein Unternehmen einbringen können. Besonders dann, wenn langjährige Berufserfahrung für eine Stelle vorausgesetzt wird, können Sie punkten. Vielleicht sucht momentan ein Unternehmen aus Ihrem Netzwerk ausgerechnet jemanden mit Ihrem Profil?

Auch mit über 50 können Sie nochmal beruflich durchstarten

Arbeitslos mit 50+ bedeutet noch lange nicht, dass Sie beruflich nicht noch einmal neu durchstarten könnten. Wichtig ist zunächst einmal, dass Sie die formellen Schritte einhalten. Spätestens drei Monate vor Ablauf des Arbeitsverhältnisses oder zumindest drei Tage nach Bekanntgabe der Kündigung sollten Sie sich bei der zuständigen Agentur für Arbeit arbeitsuchend melden. Am ersten beschäftigungslosen Tag müssen Sie sich dann persönlich arbeitslos melden, um den Arbeitslosengeldantrag zu stellen. So sind Sie vorab finanziell abgesichert und können sich in Ruhe auf Jobsuche begeben.

Kurz und knapp: Arbeitslos mit 50+

Weiterbildungsmaßnahmen sowie Umschulungen sind sehr attraktive und erfolgsversprechende Möglichkeiten, um nicht nur in einen neuen Beruf einzusteigen, sondern diesen auch bis zum Rentenalter auszuüben. Des Weiteren bieten sich Jobmessen und Karrieretage an, um persönlich auf sich aufmerksam zu machen. Auf solchen Veranstaltungen werben Unternehmen für sich und sind in der Regel auch auf der Suche nach neuen, passenden Mitarbeitern. Ein beruflicher Quereinstieg kann mithin eine gute Alternative sein, falls Sie es in Ihrer eigentlichen Branche schwer haben, einen neuen Job zu finden. Letztendlich können Sie sich aber auch in Ihrem beruflichen Netzwerk über eventuelle Jobangebote informieren. Die darin befindlichen Kontakte kennen Sie schon seit Jahren und wissen genau, welche Stärken Sie ausmachen.

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