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Mobiles Arbeiten: Von welchen Maßnahmen Sie profitieren – und worauf Sie achten sollten

Comcave College GmbH

Das Wichtigste in Kürze:

  • Mobiles Arbeiten meint die ortsunabhängige Erledigung von beruflichen Aufgaben mit Hilfe von Telekommunikationswerkzeugen. Es unterscheidet sich daher nochmals von fest eingerichteten Home Office Arbeitsplätzen.
  • Möglich ist diese Art der Arbeit vor allem in Berufen mit einem hohen digitalen Anteil, etwa als Programmierer, Designer, Autor oder Social Media Manager. Doch auch viele klassische Berufe können zumindest zum Teil mobil ausgeführt werden.
  • Ideal ist mobiles Arbeiten für Personen mit familiären Verpflichtungen. Da Anfahrtswege entfallen und kürzere Zeiträume für das Arbeiten genutzt werden können, eignet es sich für Eltern ebenso wie für Familienangehörige mit besonderen Betreuungsaufgaben.
  • Mobiles Arbeiten bringt aber auch einige Gefahren mit sich. Vor allem der Datenschutz kann leiden, wenn an öffentlichen Plätzen gearbeitet und ungesicherte Netzwerke benutzt werden.

Mobiles Arbeiten – ideal (nicht nur) für Familienmenschen

Freiberufler kennen es schon länger, doch nun erreicht das mobile Arbeiten auch die Angestellten. Unabhängig von einem festen Arbeitsplatz lassen sich Aufgaben für den Arbeitgeber per Laptop, Tablet oder Smartphone auch unterwegs erledigen. Die Ziele dabei sind vor allem eine Effizienzsteigerung sowie eine gesündere Work-Life-Balance.

Läuft es wie geplant, ist mobiles und flexibles Arbeiten für beide Seiten gewinnbringend. Für den Angestellten entfallen lange Pendelwege und er kann je nach Umständen wählen, wo er arbeiten möchte. Angenehme Kühle im Park statt stickige Büroluft und frisch gekochtes Essen vom eigenen Herd an Stelle von fader Kantinenkost sind Faktoren, die die Arbeitseffizienz steigern können.

Der Arbeitgeber profitiert in erster Linie von den besseren Arbeitsergebnissen und kann zudem einiges in der Bereitstellung fixer Arbeitsplätze einsparen. Zudem erweist sich autonom und unabhängig arbeitendes Personal nicht selten als zufriedener und loyaler.

Mobiles Arbeiten für die Familie: Mehrere Studien und Befragungen ergaben, dass vor allem Arbeitnehmer mit Kindern unter 14 Jahren sich flexiblere Arbeitsmöglichkeiten wünschen.

Rechtliche Probleme bei mobilem Arbeiten und Home Office

Trotz der rechtlichen Grundlagen, die geschaffen wurden, um zumindest die Arbeit am heimischen Arbeitsplatz zu regulieren, gibt es bis dato noch keinen Rechtsanspruch auf Home Office. Für das mobile Arbeiten ist die Voraussetzung noch schwieriger: Kein Arbeitgeber kann den Arbeitsplatz seines Angestellten gestalten, wenn dieser sich ständig ändert. Folglich bleiben beide Lösungen derzeit noch eine Sache der Freiwilligkeit.

In ganz Europa arbeitet nur ein Bruchteil der Beschäftigten regelmäßig von zuhause oder unterwegs aus. Dabei gibt es aber beachtenswerte Unterschiede: In Dänemark, Schweden und den Niederlanden ist die Quote für beide modernen Arbeitsformen ungleich höher als beispielsweise in Rumänien, Portugal, Italien oder eben Deutschland.

Der Hauptgrund für die geringe Nutzung dieser eigentlich so fortschrittlichen Form der Arbeit findet sich allerdings nicht unbedingt in den fehlenden rechtlichen Rahmenbedingungen. Vielmehr stemmen sich die eher konservativ denkenden Unternehmen gegen den Trend. Sie glauben, dass Effizienz und Innovation nur im Team vor Ort zustande kommen. Moderne Co-Working Tools sind offenbar noch nicht akzeptiert genug, um das gute alte Meeting am Eichentisch zu ersetzen.

Mobiles Arbeiten: Vorteile statt Vorurteile

Entgegen den landläufigen Annahmen und Vorurteilen kann mobiles Arbeiten sowohl Produktivität und Kommunikation als auch Loyalität und Effizienz fördern. Die richtige Arbeitsweise vorausgesetzt, lassen sich so die Argumente der Chefetagen entkräften:

  • Moderne Co-Working-Tools haben das Potential, die Kommunikation auch ohne körperliche Anwesenheit auf ein neues Level zu heben. Außerdem ist ein Anruf per Skype oder der Zugriff auf ein gemeinsames GoogleDoc sogar schneller und unmittelbarer als ein Besuch im Nachbarbüro.
  • Mobiles Arbeiten ist wesentlich effizienter und produktiver, da im digitalen Bereich viel von den zwischenmenschlichen Machtkämpfen und dem Repräsentieren der eigenen Position wegfällt. Ergebnisse sind nachvollziehbar und begründbar – oder eben angreifbar.
  • In vielen Branchen zählt die Förderung der Work-Life-Balance heute schon mehr als das Gehalt. Gerade gut ausgebildete Fachkräfte wissen um die Wichtigkeit von Familie und Gesundheit und zeigen sich Arbeitgebern gegenüber loyal, die diese Werte fördern.
  • Mobiles Arbeiten schont Ressourcen. Damit sind nicht nur die Nerven der Mitarbeiter im Stau oder die Kosten der Arbeitgeber für Meetings und Räume gemeint.
  • Zeit ist ein kostbares Gut. Arbeitnehmer, die mobil arbeiten, sparen allein durch das Wegfallen von Arbeitswegen eine Menge Zeit. Ein weiterer Pluspunkt: Durch das Ausbleiben der Autofahrten zur Arbeitsstelle wird zusätzlich ein positiver Beitrag für die Umwelt geleistet.

Mobiles Arbeiten: Datenschutz beachten

Bei allen Vorteilen birgt das mobile Arbeiten jedoch auch einige Fallstricke. Neben den rechtlichen Unklarheiten, die ein nicht genau zu lokalisierender Arbeitsort mit sich bringt – etwa bei einem Arbeitsunfall – gibt es berechtigte Bedenken, was den Arbeitnehmerschutz angeht. Ein mobiler Arbeitsplatz ist weder auf Ergonomie noch auf Sicherheit einzurichten. Auch die Kontrolle der gesetzlichen Pause- und Ruhezeiten ist kaum zu überwachen.

Die Dokumentation der Arbeitszeit, die permanente Erreichbarkeit und nicht zuletzt die Mitbestimmung des Betriebsrats sind weitere Punkte, die eine Umsetzung des Prinzips der mobilen Arbeit für Angestellte erschwert.

Für den Mitarbeiter stellen sich aber noch ganz andere Fragen: Ist er tatsächlich in der Lage, selbstbestimmt zu arbeiten oder lässt er sich durch Privates zu leicht ablenken? Arbeitet er zu wenig und leistet nicht mehr genug oder arbeitet er vielleicht sogar zu viel, weil er die Zeiterfassung ständig vergisst? Nicht zuletzt muss der Umgang mit sensiblen Unternehmensdaten professionell und datensicher erfolgen – geschützt vor neugierigen Blicken und digitalen Zugriffen Dritter.

Arbeiten von unterwegs dank fortschreitender Digitalisierung

Mobiles Arbeiten ist im Grunde nur deshalb möglich geworden, weil die technologischen Innovationen so rasant voranschreiten. Dank Breitband-Internet, WLAN-Hotspots, LTE und den dazu passenden Hard- und Softwares ist das ursprünglich genutzte Bürozimmer für viele Arbeiten nicht mehr notwendig. Anders als in einem Labor oder an einer Werkbank muss ein „Digitalarbeiter“ nicht mehr an einem Desktop-Computer sitzen.

Um mit der Digitalisierung Schritt zu halten und mobil arbeiten zu können, müssen die Angestellten diese neue Zeit natürlich auch bewusst erleben und mitgestalten. Daher sind oftmals passende Weiterbildungen in diesem Bereich ein wichtiger Schritt, um Personal für digitale Arbeitswelten zu sensibilisieren.

Kurz und knapp: Mobiles Arbeiten

Das mobile Arbeiten hebt den Gedanken des Home Office auf eine neue Stufe. Gearbeitet wird nun völlig ortsunabhängig und flexibel mit mobilen Geräten und kooperativer Software. Das wirkt sich positiv auf die Effizienz und die Work-Life-Balance aus, hat aber auch rechtliche Unsicherheiten sowie potentielle Probleme mit dem Datenschutz zur Folge.

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