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Wie Sie sich richtig arbeitsuchend melden

Comcave College GmbH

Das Wichtigste in Kürze:

  • Wenn Sie Arbeitslosengeld beziehen und Hilfe bei der Jobsuche haben möchten, müssen Sie sich fristgerecht arbeitsuchend melden.
  • Während einer laufenden Beschäftigung müssen Sie sich drei Monate vor Ablauf des Arbeitsvertrags arbeitsuchend melden.
  • Erhalten Sie eine kurzfristigere Kündigung, müssen Sie dies der Arbeitsagentur innerhalb von drei Tagen mitteilen.
  • Verpassen Sie die Meldefristen, kann es zu Sperrzeiten kommen. Sie erhalten dann von einer Woche bis zu zwölf Wochen kein Arbeitslosengeld.
  • Sie können sich persönlich, per Online-Formular oder auch telefonisch arbeitsuchend melden.

Was bedeutet arbeitsuchend eigentlich?

Sich arbeitsuchend melden ist nicht dasselbe wie sich arbeitslos melden. Oft werden diese Begriffe im Alltag synonym benutzt. Doch das ist nicht ganz korrekt. Wer arbeitsuchend ist, muss nicht zwingend arbeitslos sein. Sie suchen schließlich schon nach Arbeit, wenn Sie bereits wissen, dass Ihre aktuelle Beschäftigung nicht mehr lange läuft. Sie hören sich um, lesen Stellenanzeigen oder schreiben Bewerbungen. Mit rechtzeitiger Eigeninitiative finden Sie schneller wieder zurück ins Berufsleben und müssen sich nicht arbeitslos melden.

Dieses Ziel verfolgt auch die Arbeitsagentur und möchte Sie so schnell wie möglich bei der Jobsuche unterstützen. Doch dazu müssen Sie der Arbeitsagentur mitteilen, dass Ihnen womöglich eine Arbeitslosigkeit droht. Sie müssen sich rechtzeitig arbeitsuchend melden. Erst wenn der Arbeitsvertrag beendet ist und Sie keiner Beschäftigung nachgehen, müssen Sie sich arbeitslos melden und zugleich Arbeitslosengeld beantragen. Formell gesehen sind es also zwei völlig unterschiedliche Vorgänge und Begrifflichkeiten.

Diese Fristen gelten, wenn Sie sich arbeitsuchend melden

Der Zeitpunkt, wann Sie sich arbeitsuchend melden müssen, ist abhängig vom Zeitpunkt der Kündigung. Sie können sich natürlich erst dann arbeitsuchend melden, wenn Sie wissen, dass Sie von Arbeitslosigkeit bedroht sind. Idealerweise erhalten Sie eine Kündigung mit drei Monaten Vorlaufzeit. So haben Sie genug Zeit, der Arbeitslosigkeit durch vorausschauende Bemühungen entgegenzuwirken.

Bei einem befristeten Arbeitsvertrag kennen Sie in der Regel schon beim Unterzeichnen das Ablaufdatum und können entsprechend planen. In diesem Fall müssen Sie sich drei Monate vorher arbeitsuchend melden. Das Gleiche gilt bei einer ordentlichen Kündigung mit mindestens drei Monaten Frist. Auch dann müssen Sie der Arbeitsagentur direkt Bescheid geben.

Wird Ihnen mit einer kürzeren Frist gekündigt oder verlieren Sie den Job aus besonderen Gründen kurzfristig, müssen Sie sich drei Werktage nach der Kündigung arbeitsuchend melden. Am besten melden Sie sich direkt bei der Agentur für Arbeit, wenn Sie von der Kündigung erfahren haben. Dies ist ebenfalls Ihr Vorgehen, auch wenn Sie die Kündigung rechtlich anfechten oder auf eine Verlängerung hoffen. Sie riskieren ansonsten Sperrzeiten durch die versäumte Arbeitslosmeldung.

Die Pflicht sich arbeitsuchend zu melden, ergibt sich auch, wenn Sie aus eigenem Antrieb gekündigt haben. Zwar unterliegen Sie dann in der Regel einer dreimonatigen Sperrfrist bezüglich des Arbeitslosengeldes, doch mit rechtzeitiger Meldung kann Ihnen die Agentur für Arbeit trotzdem bei der Jobsuche helfen.

Arbeitsuchend melden: Das ist die rechtliche Grundlage

Die Pflicht sich arbeitsuchend zu melden, ergibt sich vorrangig aus einer Passage im Dritten Sozialgesetzbuch. Es handelt sich also nicht um behördliche Willkür oder gar um Schikane eines Amtsmitarbeiters, sondern schlicht um eine gesetzlich verankerte Pflicht. In § 38 Abs. 1 des SGB III heißt es:

„Personen, deren Ausbildungs- oder Arbeitsverhältnis endet, sind verpflichtet, sich spätestens drei Monate vor dessen Beendigung persönlich bei der Agentur für Arbeit arbeitsuchend zu melden. Liegen zwischen der Kenntnis des Beendigungszeitpunktes und der Beendigung des Ausbildungs- oder Arbeitsverhältnisses weniger als drei Monate, haben sie sich innerhalb von drei Tagen nach Kenntnis des Beendigungszeitpunktes zu melden.“ (§38 Abs. 1 SGB III)

Arbeitsuchend melden online

Sich arbeitsuchend melden, geht einfach und bequem von Zuhause aus, zum Beispiel online. Auf der Seite der Arbeitsagentur finden Sie den sogenannten eService, mit dem Sie sich nicht nur arbeitsuchend melden, sondern auch Vermittlungsvorschläge abrufen können. Allerdings benötigen Sie für diesen Service ein Benutzerprofil, welches Sie kostenlos anlegen können.

Arbeitsuchend melden telefonisch

Noch einfacher und schneller können Sie sich per Telefon arbeitsuchend melden. Unter der gebührenfreien Telefonnummer 0800 455 5500 geben Sie einfach einige grundlegende Informationen zu Ihrer Person durch und haben damit bereits Ihre Pflicht erfüllt.

Persönlich beim Arbeitsamt arbeitsuchend melden

Als dritte Möglichkeit, sich arbeitsuchend zu melden, steht Ihnen natürlich auch der Weg in die zuständige Dienststelle der Agentur für Arbeit offen. Auch dort wird Ihre Meldung gern entgegengenommen. Allerdings kann es dort natürlich zu gewissen Wartezeiten kommen. Sie finden die für Sie zuständige Dienststelle am einfachsten über diese Suchfunktion.

Kurz und knapp: Wie melde ich mich arbeitsuchend?

Melden Sie sich, wenn möglich drei Monate vor Eintritt der Arbeitslosigkeit bereits arbeitsuchend. Das können Sie telefonisch, online oder direkt bei der Arbeitsagentur erledigen. Die Jobvermittler können Ihnen dann helfen eine neue Stelle zu finden. Außerdem erhalten Sie bei fristgerechter Meldung keine Sperrzeiten beim Bezug des Arbeitslosengeldes.

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