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Fortbildung vs. Weiterbildung: Wo liegen die Unterschiede?

Comcave College GmbH

Fortbildung oder Weiterbildung? Unterschiede kurz erklärt

Weiterbildung ist zunächst einmal ein allgemeiner Begriff, der nicht nur die berufliche Weiterbildung umfasst, sondern auch die Allgemeinbildung wie kulturelle Bildung, politische Bildung oder gesellschaftliche Bildung.

Beispiel: Kulturelle Weiterbildung

Wenn Sie sich eine Fremdsprache für den nächsten Urlaub aneignen, die für Sie beruflich nicht relevant ist, handelt es sich um eine private beziehungsweise kulturelle Weiterbildung. Da die zusätzliche Sprache primär keine berufliche Relevanz hat, ist es keine berufliche Weiterbildung und auch keine Fortbildung.

Die berufliche Weiterbildung umfasst ihrerseits wieder verschiedene Arten, von denen eine die Fortbildung ist. Daher können die Begriffe Fortbildung und Weiterbildung nicht synonym verwendet werden. Fortbildung ist eine Form der beruflichen Weiterbildung. Eine berufliche Weiterbildung muss jedoch nicht zwingend in Form einer Fortbildung stattfinden.

Die verschiedenen Arten der beruflichen Weiterbildung im Überblick

  • Einarbeitung
  • Fortbildung
  • Umschulung
  • Erwerben einer Zusatzqualifikation
  • Autodidaktische Weiterbildung
  • Berufsbegleitende Weiterbildung

Beispiel: Berufliche Weiterbildung/Fortbildung

Eignen Sie sich als Übersetzer oder Dolmetscher eine zusätzliche Fremdsprache an, handelt es sich um eine berufliche Weiterbildung. Da die Kenntnisse Ihren bisherigen Aufgabenbereich erweitern, ist es eine berufliche Weiterbildung in Form einer Fortbildung.

Zur beruflichen Weiterbildung gehören alle Bildungsformen, die nach dem Berufsabschluss die Karriere unterstützen oder einen neuen Karriereweg eröffnen.

Die verschiedenen Arten der Fortbildung im Überblick

Im Gegensatz zu den anderen Formen der beruflichen Weiterbildung, baut eine Fortbildung immer auf dem ausgeübten Beruf auf. Eine Fortbildung dient dazu, die erlernten Kenntnisse zu erhalten, anzupassen, zu erweitern oder zu ergänzen. Dementsprechend werden Fortbildungen nach den folgenden vier Typen unterschieden:

  1. Erhaltungsfortbildung
    Im Zuge einer Erhaltungsfortbildung wird bereits vorhandenes Wissen lediglich aufgefrischt, um beispielsweise die Qualität der Arbeit konstant hochzuhalten. Regelmäßige Erhaltungsfortbildungen können zum Beispiel verhindern, dass sich im Laufe der Zeit Fehler oder ineffiziente Arbeitsweisen einschleichen.

  2. Anpassungsfortbildung
    Eine Anpassungsfortbildung dient hingegen dazu den Wissenstand an veränderte Arbeitsbedingungen anzupassen. Häufige Gründe für eine Anpassungsfortbildung sind technische Neuerungen, die Einführung einer neuen Software-Lösung oder auch dauerhafte Veränderungen in den Arbeitsabläufen.

  3. Erweiterungsfortbildung
    Während bei der Erhaltungsfortbildung und der Anpassungsfortbildung der Tätigkeitsbereich sich nicht weiter verändert, kann eine Erweiterungsfortbildung zu neuen Aufgaben und einem geänderten Verantwortungsbereich führen. Durch das Aneignen neuer Kenntnisse und Fähigkeiten qualifiziert sich der Arbeitnehmer zum Beispiel für die Arbeit in einer anderen Abteilung.

  4. Aufstiegsfortbildung
    Eine typische Aufstiegsfortbildung endet mit einer Abschlussprüfung, beispielsweise zum Meister, Fachwirt oder Techniker. Mit einer Aufstiegsfortbildung kann die nächste Stufe auf der Karriereleiter erklommen werden. In den meisten Fällen ist mit dem Karriereaufstieg auch eine mittelfristige Steigerung des Verdienstes verbunden sowie bessere Chancen bei der Bewerbung auf interne oder externe Stellenangebote.

Fortbildung: Weiterbildung für den Job

In vielen Unternehmen werden notwendige Erhaltungs- und Anpassungsfortbildungen in den Arbeitsalltag integriert. In Form von kurzen Workshops oder mehrtägigen Seminaren werden erlernte Kenntnisse wiederholt und aktualisiert, neue Softwarelösungen eingeführt oder die Mitarbeiter an sich verändernde Strukturen herangeführt.

Bei Erweiterungs- und Aufstiegsfortbildungen geht die Initiative dagegen meist vom Arbeitnehmer aus. Wer sich beruflich besser aufstellen und die nächste Stufe auf der Karriereleiter erklimmen möchte, wird um den Erwerb zusätzlicher Kenntnisse und Qualifikationen nicht drum herumkommen. In einigen Fällen unterstützen Arbeitgeber die Bestrebungen nach beruflicher Weiterbildung in Form einer bezahlten Fortbildung oder beteiligen sich an den Kosten.

Da eine berufliche Weiterbildung als Fortbildung auf dem bereits Erlernten aufbaut, ist sie nur dann sinnvoll, wenn der erlernte Beruf weiter ausgeübt werden soll. Steht ein Berufswechsel im Raum sind andere Weiterbildungsmöglichkeiten wie eine Umschulung oder das Erwerben von Zusatzqualifikationen sinnvoller.

Weiterbildung und Fortbildung finanzieren: So holen Sie sich Unterstützung

Sobald der Entschluss für eine berufliche Weiterbildung als Fortbildung gefasst wurde, steht die Frage nach der Finanzierung im Raum. Insbesondere Aufstiegsfortbildungen, die oft mit einer Meister- oder Fachwirtprüfung abschließen, verursachen nicht zu unterschätzende Kosten. Abhängig von Ihrer persönlichen Situation gibt es die Möglichkeit, sich staatliche Unterstützung zu holen. Förderprogramme wie das Meister-Bafög oder auch der Bildungsgutschein können Sie auf Ihrem beruflichen Weg unterstützen.

Erkundigen Sie sich hierzu bei dem für Sie zuständigen Ansprechpartner der Agentur für Arbeit. Hier erhalten Sie auch dann Unterstützung, wenn Sie nicht arbeitsuchend sind. Insbesondere wenn die Fortbildung oder Weiterbildung zur mittelfristigen Sicherung Ihres Arbeitsplatzes benötigt wird, ist eine Förderung durch die Agentur für Arbeit oder das Jobcenter möglich. Alles Wissenswerte rund um den Bildungsgutschein erfahren Sie in diesem Beitrag.

Bildungsurlaub für Weiterbildung und Fortbildung

Neben dem finanziellen Aspekt sind Weiterbildungen und Fortbildungen immer auch eine Zeitfrage. Nicht jeder Arbeitnehmer ist bereit oder in der Lage seinen Erholungsurlaub für die Fortbildung zu nutzen. In anderen Fällen reichen die Urlaubstage für die geplante Maßnahme nicht aus.

Die gute Nachricht: In fast allen Bundesländern haben Sie Anspruch auf den sogenannten Bildungsurlaub – eine bezahlte Freistellung über maximal fünf Tage zur Durchführung einer Fortbildung oder Weiterbildung. Hierbei gilt es jedoch einige Vorgaben zu beachten. Bitte erkundigen Sie sich daher vorab über die aktuell gültigen Regelungen zum Bildungsurlaub in Ihrem Bundesland. Im Zweifelsfall kann ein auf das Arbeitsrecht spezialisierter Anwalt verbindlich Auskunft geben und beim Antrag helfen.

Alternativ oder als Ergänzung zum Bildungsurlaub können Sie mit Ihrem Abreitgeber eine individuelle bezahlte oder unbezahlte Freistellung für eine Fortbildung oder Weiterbildung vereinbaren.

Kurz und knapp: Fortbildung vs. Weiterbildung

Wer sich beruflich weiterbilden möchte, kann dies in Form einer Fortbildung tun. In vielen Unternehmen gehören interne Fortbildungen zum Qualitätsmanagement dazu. Wenn Sie Eigeninitiative zeigen möchten, fragen Sie aktiv nach oder nehmen Sie auf eigene Rechnung an einer passenden Fortbildung oder beruflichen Weiterbildung teil. 

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