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Arbeitslosengeld nach Elternzeit - Das müssen Sie jetzt wissen

Comcave College GmbH

Das Wichtigste in Kürze:

  • Wenn Sie vorher sozialversicherungspflichtig beschäftigt waren, haben Sie Anspruch auf Arbeitslosengeld nach Elternzeit, wenn Sie nicht in Ihren alten Job zurückkehren.
  • Bedingung ist, dass Sie in einer sogenannten Anwartschaftszeit von zwei Jahren mindestens zwölf Monate in die Arbeitslosenversicherung eingezahlt haben. Die Elternzeit gilt bis zu drei Jahre lang als Anwartschaftszeit. Die Anwartschaftszeit wird vom Arbeitsamt festgelegt, um den Anspruch auf Arbeitslosengeld I zu regeln.
  • Das Arbeitslosengeld nach der Elternzeit berechnet sich aus dem letzten Nettoeinkommen, wenn Sie innerhalb des besagten Anwartschaftszeitraums mindestens 150 Tage Arbeitsentgelt erhalten haben. Alternativ wird ein fiktives Einkommen zugrunde gelegt.
  • Haben Sie keinen Anspruch auf Arbeitslosengeld I nach der Elternzeit, können Sie ALG II beantragen. Hier zählen dann allerdings auch Ihr Vermögen und das Haushaltseinkommen.

Arbeitslosengeld nach Elternzeit – Ansprüche prüfen

Wer nach der Elternzeit arbeitslos wird, hat zunächst einmal die Möglichkeit, Arbeitslosengeld I zu beantragen. Das geht allerdings nur, wenn Sie vor der Elternzeit auch sozialversicherungspflichtig beschäftigt waren oder während der Elternzeit in die Arbeitslosenversicherung eingezahlt haben, etwa aufgrund einer Teilzeitanstellung.

Die gute Nachricht: Die Elternzeit selbst wird bis zu drei Jahre lang als Anwartschaftszeit für die Berechtigung des Bezuges von ALG I gezählt, obwohl Sie keine Beiträge in die Arbeitslosenversicherung einzahlen. Dies gilt allerdings nur bis zum dritten Geburtstag Ihres Kindes.

Wenn Sie länger als drei Jahre Elternzeit nehmen, kann es sein, dass Ihr Anspruch auf ALG I erlischt. Das ist in dem Moment der Fall, wenn Sie in den vorangegangenen zwei Jahren nicht mehr auf die zwölf Monate sozialversicherungspflichtige Anwartschaftszeit kommen.

Falls Sie kein Arbeitslosengeld I nach Elternzeit bekommen, haben Sie vermutlich Anspruch auf Arbeitslosengeld II – das sogenannte Hartz IV. Dabei gelten allerdings wiederum andere Voraussetzungen. Hier kommt es auch auf Ihr Vermögen und das Gesamteinkommen in Ihrem Haushalt an.

Sie können nicht nur Arbeitslosengeld nach Elternzeit beantragen, sondern sogar währenddessen. Dazu ist aber notwendig, dass Sie mindestens 15 Stunden in der Woche für eine Teilzeitbeschäftigung zur Verfügung stehen und Ihr bisheriger Arbeitgeber dies nicht anbietet. Außerdem müssen Sie die regulären Voraussetzungen für den Bezug von ALG I erfüllen.

So viel Arbeitslosengeld nach Elternzeit gibt es

Die Berechnung des Arbeitslosengeldes nach Elternzeit erfolgt in der Regel auf Basis des Arbeitsentgeltes von der Zeit vor der Elternzeit. Meist beträgt das ALG I 67 % vom letzten Nettoentgelt. Allerdings setzt diese Berechnung voraus, dass Sie an mindestens 150 Tagen im Bemessungszeitraum von zwei Jahren auch Arbeitseinkommen erzielt haben.

Ist dies nicht der Fall etwa, wenn Sie eine längere Elternzeit machen, wird das sogenannte fiktive Arbeitseinkommen zugrunde gelegt. Je nach persönlicher Qualifikation wird Ihnen eine fiktive Pauschale zugewiesen, von der sich dann das Arbeitslosengeld nach Elternzeit ableitet. Oft beträgt das ALG I dann jedoch weit weniger als 67 % des letzten Nettoeinkommens.

Die persönliche Qualifikation ist in §152 SGB III geregelt und unterteilt sich in vier Gruppen. Die erste Gruppe umfasst Personen mit (Fach-)Hochschulausbildung, die zweite Gruppe Personen mit Meisterausbildung, die dritte Gruppe Personen mit regulärer Berufsausbildung und die vierte Gruppe Personen ohne Ausbildung.

ALG II nach Elternzeit – das sollten Sie wissen

Wenn Sie nach der Elternzeit arbeitslos werden und vorher nicht sozialversicherungspflichtig beschäftigt waren, bereits ALG II bezogen oder durch eine lange Elternzeit keinen Anspruch mehr auf ALG I haben, bleibt Ihnen als Option die Beantragung von Arbeitslosengeld II (ALG II).

Bei der Berechnung von ALG II spielt das etwaige Einkommen vor der Elternschaft keine Rolle mehr, sofern es nicht zum Bezug von ALG I berechtigt. Vielmehr orientiert sich das ALG II an einem einheitlichen Regelsatz sowie Kosten für Unterkunft und Heizung.

Wenn Sie Arbeitslosengeld II nach Elternzeit beantragen, werden allerdings Ihr Vermögen sowie das Einkommen der anderen Personen aus Ihrem Haushalt berücksichtigt. Verdient Ihr Partner beispielsweise gut, kann es sein, dass Sie keinen Anspruch auf ALG II haben, auch wenn Sie kein Vermögen und kein Einkommen haben.

Arbeitslos nach Elternzeit? Wagen Sie den Neuanfang!

Die Elternzeit ist für viele Menschen ein gewisser Bruch in der beruflichen Karriere. Oft ist es ungewiss, ob die Rückkehr in den alten Job möglich beziehungsweise gewollt ist. Zudem können auch die finanziellen Einbußen durch den Bezug von Arbeitslosengeld nach Elternzeit bedrückend sein.

Eine Elternzeit kann aber auch eine Möglichkeit sein, sich beruflich neu zu orientieren. Denkbar wäre auch, sich schon während der Elternzeit fortzubilden. Bildungseinrichtungen wie COMCAVE bieten Telelearning-Kurse an, um das berufliche Profil zu schärfen. Mit den so erworbenen neuen Fähigkeiten können Sie den Neustart wagen und sind womöglich gar nicht auf Arbeitslosengeld nach Elternzeit angewiesen.

Kurz und knapp: Arbeitslosengeld nach Elternzeit

Um Arbeitslosengeld I nach der Elternzeit zu bekommen, müssen Sie vor der Babypause sozialversicherungspflichtig beschäftigt gewesen sein und in einem Zeitraum von zwei Jahren mindestens zwölf Monate in die Arbeitslosenversicherung eingezahlt haben. Die Elternzeit selbst zählt für drei Jahre als Anwartschaftszeit. Sie erhalten dann 67 % vom letzten Nettogehalt oder von einem fiktiven Gehalt, errechnet aus Ihrer beruflichen Qualifikation.

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