Glücklicher Unternehmer stellt dem Team seinen Businessplan vor

Der stetige Wandel der Arbeitswelt ist allgegenwärtig. Das hat nicht nur Auswirkungen auf die wirtschaftlichen Unternehmensprozesse, sondern auch auf die Arbeitsweise der Mitarbeiter. Home-Office statt Büro, Videokonferenz statt Dienstreise und Gleitzeit statt fester Arbeitszeit – flexibles Arbeiten hat in den letzten Jahren zunehmend an Bedeutung gewonnen. Um diese Flexibilität auch innerhalb der teaminternen Zusammenarbeit zu gewährleisten, führen immer mehr Unternehmen die sogenannten Liberating Structures ein. Erfahren Sie im Artikel, was es mit den befreienden Strukturen auf sich hat und wie sich der Arbeitsalltag damit noch effizienter gestalten lässt.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Die Liberating Structures führen dazu, dass die Zusammenarbeit von Menschen einfacher und produktiver wird.
  • Durch die befreienden Mikrostrukturen hat jeder Mitarbeiter die Chance, sich kreativ und aktiv an wichtigen Projekten zu beteiligen – auch ohne Führungsverantwortung.
  • Die Liberating Structures funktionieren sowohl in kleinen als auch größeren Gruppen mit Hunderten von Menschen. Das Wichtigste dabei ist, dass man durch die erfolgreiche Zusammenarbeit am Ende das richtige Ergebnis erzielt.

Was sind Liberating Structures?

Liberating Structures sind befreiende Mikrostrukturen, welche das Ziel haben, die Zusammenarbeit von Menschen einfacher, subtiler und wirksamer zu gestalten. In erster Linie sollen die Liberating Structures die gelebte Beteiligung aller Mitarbeiter fördern – ganz egal, ob mit oder ohne Führungsposition. Das soll wiederum zu überdurchschnittlich guten Ergebnissen in einzelnen Teams, Abteilungen sowie im gesamten Unternehmen führen. Die insgesamt 33 Mikrostrukturen wurden von Keith McCandless und Henri Lipmanowicz ins Leben gerufen und grenzen sich deutlich von den konventionellen Strukturen ab.

Liberating Structures: Wo liegt der Unterschied zu konventionellen Strukturen?

Um die befreienden Mikrostrukturen besser zu verstehen, machen die Erfinder der Liberating Structures zunächst deutlich, was man unter konventionellen Strukturen versteht: Konventionelle Strukturen sind in ihren Augen entweder zu hemmend (z.B. durch Präsentationen, Statusreports und geführte Diskussionen) oder zu locker und desorganisiert (z.B. durch offene Diskussionen und Brainstormings). Das führt wiederum zu Frustration, da Menschen häufig nicht in die kreative Gestaltung miteinbezogen werden und viele gute Ideen gar nicht erst entstehen können.

Liberating Structures hingegen wurden ins Leben gerufen, um jeden einzelnen Mitarbeiter, der an einem Projekt beteiligt ist, mit in die Gestaltung der nächsten Schritte einzubeziehen. Laut Keith McCandless und Henri Lipmanowicz verändern diese die Art und Weise, wie Menschen sich besprechen, planen und entscheiden. Zudem wird die innovative Kraft, die einst nur den Experten vorbehalten war, damit in die Hände Aller gelegt. Durch die einfachen Rahmenbedingungen sind Sie als Mitarbeiterin oder Mitarbeiter also viel freier und kreativer, was letztendlich zu deutlich besseren Ergebnissen führt.

„Die Liberating Structures beginnen so einfach und grundlegend, dass es zweifelhaft scheint, ob es sich überhaupt lohnt, damit anzufangen. Und am Ende ist das Ergebnis so kraftvoll und tiefgründig, dass man sich wundert, wie das passieren konnte.“

"The Surprising Power of Liberating Structures" von Henri Lipmanowicz und Keith McCandless

Beispiel für Liberating Structures: 1-2-4-All

Damit Sie ein besseres Bild davon bekommen, wie die Liberating Structures in der Praxis umgesetzt werden, stellen wir Ihnen eine der bekanntesten Methoden im Folgenden genauer vor.

Die Methode „1-2-4-All“ hat die Absicht, alle beteiligten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eines Projekts einzubeziehen, um innerhalb von zwölf Minuten sinnvolle Fragen, Ideen und Vorschläge zu generieren. Bei dieser Arbeitsweise wird vom ersten Moment an jede Person miteinbezogen, unabhängig davon, wie groß die Gruppe ist. Dabei gibt es fünf wesentliche Bausteine:

  1. Einladung gestalten: Zu Beginn wird eine konkrete Frage gestellt, die sich auf das zu lösende Problem oder die Vorstellung eines Themas bezieht. Das könnte zum Beispiel sein: Welche Chancen sehen Sie, um Fortschritte bei dieser Herausforderung zu erzielen?
  2. Aufbau und Materialien: Die Räumlichkeiten sollten genügend Platz bieten, damit die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in Paaren sowie zu viert arbeiten können. Außerdem sollten sie die Möglichkeit haben, Beobachtungen und Erkenntnisse schriftlich festzuhalten.
  3. Einbindung der Teilnehmer: Jede Teilnehmerin und jeder Teilnehmer wird eingebunden und hat die Möglichkeit, sich aktiv einzubringen.
  4. Zusammensetzung der Gruppen: Zunächst arbeitet jeder für sich, dann zu zweit, zu viert und anschließend findet ein interaktiver Austausch in der gesamten Gruppe statt.
  5. Ablauf und Dauer: Die Teilnehmerin oder der Teilnehmer macht sich alleine Gedanken zum gewählten Thema (1 Minute), bevor die Ideen zu zweit weiterentwickelt werden (2 Minuten). Anschließend werden aus den Paaren 4-er Gruppen, die Gemeinsamkeiten und Unterschiede herausstellen (4 Minuten). Zu guter Letzt stellt jede Gruppe in großer Runde die beste Idee vor (5 Minuten).

Anhand dieses Beispiels können Sie sehen, wie wichtig die Meinung, Idee sowie der kreative Prozess eines jeden Einzelnen ist. Ähnlich wie bei den anderen Methoden der Liberating Structures legt man hier großen Wert auf die verschiedenen Perspektiven und eine effiziente sowie innovative Zusammenarbeit ohne Machtgefälle.

Workshops, Literatur und eine eigene App

Bei den Liberating Structures handelt es sich um leicht zu erlernende Interaktionsmethoden, die sowohl die Zusammenarbeit als auch das Vertrauen im Umgang miteinander verbessern. Vertraut man auf die Worte der beiden Erfinder, so kann jeder Unternehmer die Liberating Structures in die täglichen Arbeitsprozesse einführen – ganz unabhängig davon, wie viele Mitarbeiter dort beschäftigt sind.

Mittlerweile gibt es zahlreiche Workshops, in denen sich Teilnehmerinnen und Teilnehmer die effektiven Methoden der Liberating Structures aneignen können. Die Workshops werden von erfahren Agile Coaches und Organisationsentwicklern durchgeführt, die im regelmäßigen Austausch mit den beiden Erfindern stehen.

Ihr persönlicher Ratgeber

Sie wollen mehr über die Veränderungen der Arbeitswelt erfahren? Lesen Sie in unserem Artikel, wie die VUKA Welt Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in ihrem täglichen Arbeitsalltag beeinflusst.

Das Buch „The Surprising Power of Liberating Structures: Simple Rules to Unleash A Culture of Innovation“ (übersetzt „Die überraschende Macht der befreienden Strukturen: Einfach Regeln, um eine Kultur der Innovation zu entfesseln“) von Henri Lipmanowicz und Keith McCandless gibt Ihnen tiefere Einblicke in die 33 Methoden der Liberating Structures.

Darüber hinaus gibt es mittlerweile eine eigene App mit dem Namen „LISA“, welche Ihnen mithilfe von Schritt-für-Schritt-Anleitungen den Einstieg in die Welt der Liberating Structures erleichtern soll.

Kurz und knapp: Liberating Structures

Die moderne Arbeitswelt erfordert innovatives Denken. Aus diesem Grund gibt es immer mehr Unternehmen, die sich den Methoden der Liberating Structures widmen. Sollten Sie sich als Mitarbeiterin oder Mitarbeiter also auch eine bessere Zusammenarbeit auf Augenhöhe wünschen – sei es in Form von Meetings oder firmeninternen Workshops – so könnten diese einfachen Methoden genau der richtige Ansatz sein.

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2021-05-18 Der stetige Wandel der Arbeitswelt ist allgegenwärtig. Das hat nicht nur Auswirkungen auf die wirtschaftlichen Unternehmensprozesse, sondern auch auf die Arbeitsweise der Mitarbeiter. Home-Office statt Büro, Videokonferenz statt Dienstreise und Gleitzeit statt fester Arbeitszeit – flexibles Arbeiten hat in den letzten Jahren zunehmend an Bedeutung gewonnen. Um diese Flexibilität auch innerhalb der teaminternen Zusammenarbeit zu […]

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